Über das FATE Projekt

Hintergrund

Familien mit höherer Bildung neigen eher zu Familienverhalten durch das ihre Ressourcen – oder die ihrer Kinder – steigen (stabile Ehen, mehr Zeit mit Kindern, höhere Erwerbstätigkeit von Müttern) während ihre niedriger gebildete Vergleichsgruppe häufiger zu Familienverhalten tendiert welches zu geringeren Ressourcen führt (Scheidung und Trennung, weniger Zeit mit Kindern, niedrigere Erwerbstätigkeit von Müttern). Dieser Zusammenhang ist besonders für die USA gut dokumentiert. Über die Zeit hinweg verstärkten sich die Bildungsunterschiede im Familienverhalten in diesem Land zudem noch und, damit einhergehend, wurden die Lebenschancen von Kindern zunehmend ungleicher. Die US Soziologin Sara McLanahan bezeichnete diesen Trend treffend als „diverging destinies“ (auseinandergehende Schicksale). In europäischen Ländern ist der Zusammenhang zwischen Bildung und Familienverhalten allerdings weniger deutlich ausgeprägt. Beispielsweise haben in einigen Ländern höher gebildete Personen ein höheres Scheidungsrisiko. Zudem besteht eine Forschungslücke für europäische Länder – vor allem aus vergleichender Perspektive – in Bezug auf die Frage, wie sich Unterschiede in familienbezogenem Verhalten über die Zeit hinweg zwischen Familien mit unterschiedlichem Bildungsniveau entwickelt haben.

 

Forschungsfrage

Dieses Projekt untersucht vergleichend für europäische Länder Veränderungen im Bildungseffekt auf (a) Partnerschaft, (b) Zeit von Eltern für ihre Kinder und (c) Erwerbstätigkeit von Eltern.

 

Daten und Methoden

Die Forschungsfragen des FATE Projekts werden mittels verschiedener quantitativer Methoden und auf Basis mehrerer bestehender Datenquellen bearbeitet: der EU Arbeitskräfteerhebung, den Generations and Gender Surveys und Zeitverwendungserhebungen. Abhängig von Thema und Verfügbarkeit der Daten, werden entweder vier bis sieben europäische Länder in einem einheitlichen Rahmen analysiert oder es werden mehr als 20 Länder inkludiert, wobei der Länderkontext in Mehrebenenmodellen oder Makromodellen einbezogen wird.